Grün und Bunt - Andrea Beuchlen

Allgemeine Tipps zur Schnittblumenpflege

 

Schnittblumen sind lebendige Wesen und führen ihre Entwicklung üblicherweise im

Behältnis fort.

Mit etwas Sorge können Sie an Ihren Blumen längere Zeit Freude haben. Einige

grundlegende Hinweise, um die Lebensdauer und Blütenpracht Ihrer Blumen zu

verbessern:

• Benutzen Sie immer saubere Behälter und sauberes Wasser. Das verhindert

übermässiges Wachstum von Bakterien, die die Wassergefässe in den Stielen

blockieren können. Sie können Ihre Vasen und Behälter mit handelsüblichen,

chlorhaltigen Haushaltsreinigern säubern.

• Stellen Sie Ihre Blumen nach dem Anschneiden sofort ins Wasser. Durch

natürliche Wundreaktionen der lebenden Blume können sich die

Wassergefässe des Stiels in weniger als einer Minute schließen, wenn sie der

Luft ausgesetzt bleiben.

• Schneiden Sie Ihre Blumen am besten mit einem möglichst scharfen Messer

schräg zum Stiel an. Benutzen Sie keine Scheren, die die Wassergefässe

quetschen können. Auch das Spalten oder Hämmern der Stiel Enden kann die

Wasseraufnahme behindern und sollte unterlassen werden.

• Das Laub der Blumen sollte nicht bis ins Wasser reichen. Die Blätter geben

Phenole an das Wasser ab, die zur Blockierung der Wassergefässe beitragen,

die Entwicklung der Knospen behindern und das Welken beschleunigen.

Laub stellt außerdem einen guten Nährboden für Mikroorganismen dar.

• Hartes, kalkhaltiges Wasser verkürzt in der Regel die Haltbarkeit. Wenn Sie

in einer Gegend mit hartem Leitungswasser leben, können Sie ein

Wasserenthärtungsgerät benutzen oder dem Wasser etwas Zitronensäure

zugeben.

• Zu viel Natrium im Wasser ist für Nelken und Rosen giftig, während Fluor

für Gerbera, Gladiolen und Freesien sehr schädlich ist.

• Für manche Blumen, zum Beispiel Heliconien, wird lauwarmes Wasser

empfohlen. Für andere Arten kann dies allerdings sehr schädlich sein.

Benutzen Sie niemals heißes Wasser - das schadet den Blumen in jedem Fall.

• In den meisten Fällen wird das Zusetzen von Pflanzennahrung sowohl die

Lebensdauer als auch die Entwicklung wesentlich verbessern. Dies ist nur

zum Teil die Wirkung der eigentlichen Nährstoffe; zumeist enthalten die

Mittel auch Zusätze, die das Bakterienwachstum verlangsamen.

• Einige Blumensorten benötigen spezielle Nährmittel.

• Vermeiden Sie grössere Temperaturschwankungen, wenn Sie Ihre Blumen

nach Hause bringen. Besonders im Winter wird es den Blumen helfen, wenn

sie einige Stunden in einem kühleren Raum, bei etwa 15 Grad C, ruhen

können, bevor sie in geheizte Zimmer gestellt werden.

• Lassen Sie Ihre Blumen niemals im geschlossenen Auto oder an anderen

Orten, die zu heiss sind. Vermeiden Sie nach Möglichkeit längere Transporte

bzw. Feuchtigkeitsverlust. Lassen Sie die Blumen nicht in der Zugluft stehen,

oder lassen Sie so lange wie möglich die Folie um den Strauss.

Flüssigkeitsverlust kann zu Bläschenbildung in den Gefässen führen, was

später in der Vase die erneute Wasseraufnahme behindert.

• Vermeiden Sie ebenso Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Einige

Blumenarten können in solchen Temperaturen in Sekunden sterben. Sorgen

Sie für ausreichende Belüftung (allerdings ohne Zugluft). Blumen erzeugen

Äthylen, ein Hormon der Pflanze, das in zu hoher Konzentration die Gefässe

blockiert und zum vorzeitigen Zerfall des Blütengewebes beiträgt. Um zu

hohe Konzentrationen zu vermeiden, ist eine gewisse Luftzirkulation

notwendig.

• Ebenfalls zu erhöhten Konzentrationen von Äthylen können Zigarettenrauch,

Abgase oder die Nähe reifer Früchte, inbesondere Erdbeeren oder Tomaten

führen. Besonders empfindlich sind beispielsweise Agapanthus, Antirrhinum,

Bouvardien, Campanula, Delphinium, Euphorbien, Gypsophila, Lilien,

Nelken, Phlox und Trachelium,

• Bei manchen Blumenarten werden Sie Verfärbungen an den Stielenden

feststellen; dies kommt zumeist von Vorbehandlungen, die bereits beim

Produzenten vorgenommen werden, um die Qualität und Haltbarkeit der

Blumen wesentlich zu verbessern. Diese Verfärbungen sind kein Zeichen für

Krankheiten.